Kurzporträt 


Elfrun Gabriel zählte zu den herausragenden Interpreten romantischer Klaviermusik. Wenngleich ihre liebevolle Konzentration dem Chopinschen Klavierwerk galt, so vermochte sie mit der durchsichtigen Gestaltung der Impressionen Debussys und de Fallas ebenso zu fesseln wie mit Mozart, Schumann und Prokofjew. Bereits ihre ersten Konzertauftritte erregten Aufsehen. 

Musische Prägung durch das Elternhaus und böhmische Musiktradition weckten frühzeitig ihre Liebe zum Klavier. Gefördert wurde ihre pianistische Begabung von so hervorragenden Pädagogen wie Karl-Heinz Kämmerling und Amadeus Webersinke sowie durch Studien bei Pawel Serebrjakow in St. Petersburg und der legendären, aus der Schule Paderewskis hervorgegangenen Pianistin Halina Czerny-Stefanska in Krakow. 

Elfrun Gabriel war bereits während des Studiums und nach internationalen Wettbewerbserfolgen eine gefragte Solistin, insbesondere mit den Konzerten von Tschaikowski, Schumann, Chopin, Liszt und Schostakowitsch. Ihr Klavierexamen legte sie mit dem Prädikat „Mit Auszeichnung“ ab.

Mit großem Engagement widmete sie sich danach für einige Jahre pädagogischen Aufgaben an der Hochschule für Musik in Leipzig, bis der wachsende Umfang der Konzertverpflichtungen eine Konzentration auf die solistische Tätigkeit nahe legte. In ausgewählten Meisterkursen wirkt Elfrun Gabriel jedoch auch weiterhin im In- und Ausland als engagierte Lehrerin ebenso wie als Jurymitglied internationaler Klavierwettbewerbe.

Elfrun Gabriel konzertierte mit renommierten Klangkörpern unter Dirigenten wie Kurt Masur, Hartmut Haenchen, Herbert Kegel, Ken-Ichiro Kobayashi, Ahmed El Saedi, Otmar Suitner und Jörg-Peter Weigle. Mit zahlreichen Kammerkonzerten gastierte sie in allen europäischen Ländern, in Russland und in Brasilien. Konzerte in den Metropolen Wien, Paris, Moskau, Madrid, Berlin, Lissabon, Kairo, Warschau, Reykjavik prägten ihren internationalen Ruf als einfühlsame Interpretin und "musizierende Poetin" mit “berückend vielen Klangfarben“ und einer „hinreißenden Anschlagskultur“, wie in Rezensionen immer wieder betont wird.

Im Bereich der Kammermusik widmete sie sich besonders dem Klavierquartett u. a. gemeinsam mit Musikern des Vogler Quartetts und des Gewandhauses zu Leipzig.

Ungezählte Schallplatten- und CD-Einspielungen, Rundfunk- und Fernseh-Aufzeichnungen zeugen von ihrem „von feinsinniger Empfindung getragenen ... leidenschaftlichen ... nahezu schwerelosen Spiel ... als nur selten zu hörende Interpretation“.

Ihren Freunden hat Elfrun Gabriel eine Vielzahl von CDs als bleibende Erinnerung hinterlassen. Wie ein Vermächtnis steht am Ende ihres Wirkens eine noch in den letzten Tagen des Jahres 2009 aufgenommene CD mit Werken der Komponisten, die ihr besonders am Herzen lagen: Chopin, Schumann, Mendelssohn und Liszt.